Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur: Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung

INPUT – antifaschistischer Themenabend
Referent: Michael Sturm (Münster), Historiker

29.04.2015 | Beginn: 19.30 Uhr
Linkes Zentrum | Corneliusstraße 108 | Düsseldorf

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Das Datum hat seither in der bundesdeutschen Erinnerungskultur sehr unterschiedliche Deutungen erfahren. Während der 8. Mai in der Mehrheitsgesellschaft über Jahrzehnte hinweg als Tag der „Niederlage“, des „Untergangs“ oder des „Zusammenbruchs“ weitgehend unbeachtet blieb, waren es vor allem die überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, die den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ feierten. Diese Deutung hat sich mittlerweile die „Berliner Republik“ zu Eigen gemacht. Das Datum wird mit großen offiziellen Feierlichkeiten begangen. Die extreme Rechte wiederum diskreditiert den 8. Mai als „Tag der Schande“ und polemisiert gegen einen angeblich vorherrschenden „Schuldkult“. Doch wie soll sich eine kritische, antifaschistische Erinnerungskultur zu den unterschiedlichen Deutungsmustern und Vereinnahmungsversuchen positionieren, ohne dabei selbst das Datum in unangemessener Weise zu instrumentalisieren?

Der Vortrag skizziert die historischen wie aktuellen Deutungskämpfe um den 8. Mai und fragt nach den künftigen Perspektiven der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen.

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002
und findet in der Regel einmal monatlich statt, zumeist im „Zentrum Hinterhof“, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Ankündigungen unter http://beta.linkes-zentrum.de/gruppen/input. Aktuelle Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken Düsseldorf.
Kontakt (auch für Ideen für Veranstaltungsthemen): antifa-ak@gmx.de und bildungsforum@gmx.de