VERSCHOBEN: „weiße Flecken“ – Analyseperspektive institutionelle Diskriminierung und Rassismus — Tatort Hochschule

More

Starts in 12 Days, 28 Minutes

20. April 2021 17:30 - 19:30

Hochschulen sind keine Orte außerhalb gesellschaftlicher Rassismusstrukturen und -diskurse. In diesem Sinne ist die Analyseperspektive Rassismus hilfreich, auch wenn sie aus taktischen Überlegungen oft nicht explizit thematisiert wird. Denn die Verwendung der Begriffe Diskriminierung und Rassismus stoßen oft auf Abwehr, wenn sie als Unterstellung eines absichtsvollen Handelns bzw. lediglich als Kritik eines Fehlverhaltens oder persönlicher „Einstellungen“ Einzelner aufgefasst werden. Ausgewählte Beispiele rassistischer Praxen im Umgang mit Studierenden werfen Schlaglichter auf die Normalität und Routinen des Hochschulalltags und zeigen Möglichkeiten und Grenzen des Sichtbarmachens und der Thematisierung von Diskriminierung und Rassismus auf.

Vortragende: Prof.in Annika Kalpaka, HAW Hamburg

VERSCHOBEN: Dienstag, 20.04.2021 / 17.30 – 19.30 Uhr

Zur Anmeldung


Institutionen, Bildungseinrichtungen und somit auch Hochschulen sind Teil gesellschaftlicher
Strukturen, Orte der Wissens(re)produktion und damit immer auch — gewollt oder ungewollt — Orte der Rassismus(re)produktion. Diese hat vielfältige Facetten, ist institutionell verankert und zeigt sich auf verschiedenen Ebenen: Lehrende of Color sind im Vergleich zur Studierendenschaft unterrepräsentiert, Studierenden mit Migrationsgeschichte wird ihre Fähigkeit abgesprochen, objektiv zu migrationsspezifischen Themen forschen zu können, im Hochschulalltag fallen rassistische Äußerungen seitens Studierender und Lehrender, Hürden für Studierende mit Deutsch als Zweitsprache bleiben unbeachtet, andere Feiertage als die christlichen werden missachtet etc. Dies sind nur einige der offensichtlichsten diskriminierenden Faktoren, die nicht von allen bemerkt werden und bemerkt werden müssen – eine diskriminierungssensible Bildung und Forschung versucht jedoch an genau dieser Stelle lernfähig zu sein und zu bleiben. Diskriminierende Strukturen und Vorkommnisse erfordern eindeutige Handlungen und Positionierungen, die sich ihnen entgegenstellen, auch auf institutioneller Ebene. Dies ist nicht nur in professioneller Hinsicht wichtig, sondern auch zum Schutz direkt bedrohter und betroffener Menschen notwendig. Eine rassismuskritische und diversitätssensible Qualifikation muss deshalb fester Bestandteil sowohl innerhalb der Fachbereichskultur als auch der Institution Hochschule sein. Deshalb möchte der Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften mit Beginn des Sommersemesters 2021 die kritische Auseinandersetzung mit Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung durch die Vortragsreihe „weiße Flecken“ weiter vorantreiben.

Das könnte Dich auch interessieren …